Dermatohistologisches Labor Münster

Prof. Dr. Fegeler    Dr. Corinna Maiweg

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Gewebeentnahme

Durch eine adäquate Gewebeentnahme können Sie als einsendende Ärztin oder einsendender Arzt entscheidend zur optimalen Diagnostik beitragen.

  • Tumoren, besonders kleinere Tumoren, sollten möglichest in toto entfernt werden, da zur histologischen Diagnose die Symmetrie, Silhouette und Schnittränder beurteilt werden müssen.
  • Stanzen (kleine PE´s) sollten nicht unter 3 mm im Durchmesser betragen und bis in das subkutane Fettgewebe durchgeführt werden.
  • Fadenmarkierungen sind bei Tumoren zur histographisch-kontrollierten Aufarbeitung sinnvoller als Farbmarkierungen, die häufig im Fixationsmedium verlaufen.
  • Für Nagelhistologien bei Onychomykosen ist ein ausreichend großes Nagelstück einzusenden und in Formalin zu fixieren. Bei subungualen Pigmenttumoren benötigen wir eine PE aus der Nagelmatrix.
  • Die Immunenzymhistolgie (IH) kann an Formalin-fixierten Proben durchgeführt werden.
  • Für die direkte Immunfluoreszenz (DIF) sollte Gewebe aus nicht alterierter, periläsionaler Haut oder eine möglichst frische Läsion - kleine Blasen - am besten in toto entnommen werden. Bei großen Läsionen ist ein Drittel Blase und zwei Drittel periläsionaler Haut in Form einer Spindel zu exzidieren. Die entnommene Gewebsspindel sollte längs geteilt und bei Stanzen halbiert werden, wobei eine Hälfte in Formalin und die andere Hälfte in IF-Transportmedium versendet werden.

    (Achtung: keine kontaminierten Gefäße für das IF-Transportmedium verwenden!)

    Ausnahme:
    - Diskoider Lupus erythematodes: Aus dem Herd biopsieren.
    - Morbus Duhring: Normale Haut biopsieren.
  • Für die indirekte Immunfluoreszenz (IF) und ELISA ist Patientenserum einzusenden. Häufig werden diese Untersuchungen allerdings von Ihnen vor Ort durch ein entsprechendes Labor durchgeführt.
  • Bei Lymphomverdacht empfiehlt sich eine spindelförmige, bis in die Subcutis reichende Exzision. Bei kleinen Stanzen entstehen häufig Quetschartefakte, die die Beurteilung der Infiltratzellen extrem erschweren.
  • Bei Vaskulitis / Pannikulitis sollte eine großzügige, spindelförmige Exzision mit reichlich Fettgewebe eingesandt werden. Bei Stanzbiopsien geht oft das für die Beurteilung der tieferen und größeren Gefäße wichtige Fettgewebe verloren.

Wichtig!
Aufgrund allgemeiner Erfahrungen und erneut durchgeführter Messungen an Exzisaten aus unserer Praxis ist mit einer durchschnittlichen Schrumpfung, also einer Verkleinerung des Exzisats, zwischen 30-50% zu rechnen. Dieser Prozentsatz könnte für Sie von Bedeutung sein, da die von Ihnen vor der Operation bestimmte Größe und der makroskopische Befund auf unserem Befundzetteln nicht übereinstimmen können. Entscheidend für Ihre Abrechnung, speziell für die Frage einer kleinen oder großen Exzision, sind daher die von Ihnen vor der Operation bestimmten Größen.

Artefakte bei Hautproben!
In den Wintermonaten weisen die Exzisate vermehrt Kälteartefakte auf. Um dem vorzubeugen, wäre es hilfreich, wenn Sie bei niedrigen Außentemperaturen das Material für 24 Stunden in Ihrer Praxis (Raumtemperatur!) in Formalin fixieren lassen und erst dann versenden. Hierdurch ließe sich das Risiko der Kälte-bedingten Artefakte vermeiden.